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Ratgeber · Technik

Wärmepumpe erklärt

Wie das Gerät Wärme aus der Luft holt, wovon die Jahresarbeitszahl abhängt, wo es stehen darf und was beim Schall gilt.

Was eine Wärmepumpe eigentlich macht

Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie verschiebt sie. Ein Kältemittel verdampft bei niedriger Temperatur und nimmt dabei Energie aus der Außenluft auf — das funktioniert auch bei Frost, weil das Kältemittel deutlich kälter ist als die Luft. Ein Verdichter hebt den Druck und damit die Temperatur an, im Verflüssiger gibt das Kältemittel die Wärme an das Heizwasser ab, ein Expansionsventil führt es zurück zum Anfang. Der Strom treibt nur den Verdichter an; die eigentliche Wärme kommt aus der Umgebung.

Deshalb liefert eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme. Das Verhältnis über ein ganzes Jahr heißt Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie ist keine Geräteeigenschaft, sondern das Ergebnis aus Gerät, Gebäude, Heizflächen und Einstellung.

Die Vorlauftemperatur entscheidet

Je kälter das Heizwasser sein darf, desto weniger Arbeit muss der Verdichter leisten. Als Faustwert aus der Praxis gilt: jedes Grad weniger Vorlauftemperatur bringt rund 2,5 Prozent mehr Jahresarbeitszahl. Eine Fußbodenheizung kommt mit 30 bis 35 °C aus, weil sie die Wärme über den ganzen Boden abgibt. Klassische Heizkörper brauchen für dieselbe Leistung 45 bis 55 °C.

Das ist der Grund, warum vor jedem Wärmepumpen-Angebot die Heizlast nach DIN EN 12831 gerechnet gehört — raumweise, nicht als Faustformel über die Wohnfläche. Erst daraus ergibt sich, ob die vorhandenen Heizflächen bei niedriger Temperatur reichen oder ob einzelne Räume größere Heizkörper brauchen.

Aufstellung und Abstand

Das Außengerät braucht freie Luftansaugung und einen freien Ausblas. Enge Nischen, zugestellte Ecken und Ausblas gegen eine Wand kosten Leistung und erhöhen den Schall. Kondensat aus dem Abtaubetrieb muss frostfrei abgeführt werden — in ein Kiesbett oder in eine frostsicher geführte Leitung. Ein Sockel mit Schwingungsentkopplung verhindert, dass Körperschall in das Gebäude wandert.

Schall — was gilt

Maßgeblich ist die TA Lärm. Für allgemeine Wohngebiete gelten als Immissionsrichtwerte am Immissionsort 55 dB(A) tags und 40 dB(A) nachts; in reinen Wohngebieten 50 und 35 dB(A). Gemessen wird nicht am Gerät, sondern 0,5 m vor dem geöffneten Fenster des nächsten schutzbedürftigen Raumes — auch beim Nachbarn. Entscheidend sind deshalb der Abstand, die Ausrichtung und reflektierende Flächen, nicht allein der Datenblattwert.

Viele Geräte haben einen Nachtmodus, der die Verdichterdrehzahl begrenzt. Er senkt den Schall, aber auch die Leistung — das muss in der Auslegung berücksichtigt sein.

Puffer, Takten und Strom

Eine Wärmepumpe arbeitet am saubersten, wenn sie lange und langsam läuft. Häufiges Ein- und Ausschalten („Takten“) verschleißt den Verdichter und drückt die Jahresarbeitszahl. Dagegen helfen ein richtig ausgelegtes Wasservolumen im Kreis, ein hydraulischer Abgleich und eine Regelung, die nicht überheizt.

Zur Anmeldung: Wärmepumpen sind beim Netzbetreiber anzumelden. Als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG kann der Netzbetreiber die Leistung im Ausnahmefall vorübergehend begrenzen; im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte. Was das konkret bedeutet, hängt vom Netzbetreiber ab.

Wie wir eine Anlage planen und welche Pakete es gibt, steht auf der Seite Heizung und Wärmepumpe. Die Rechenwege dazu finden Sie im Anlagenrechner.

Allgemeine Hinweise nach dem Stand der Technik. Für Ihr Objekt gilt, was in Planung und Angebot steht. Stand: September 2026.

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