Ratgeber · Technik
Klimaanlage erklärt
Split und Multisplit, Kühllast, Kältemittel und F-Gase-Verordnung, Kondensat und Schall.
Split, Multisplit, Kanal
Eine Splitanlage besteht aus einem Außengerät und einem Innengerät, verbunden durch zwei Kältemittelleitungen. Bei einer Multisplitanlage hängen mehrere Innengeräte an einem Außengerät — das spart Platz und Fassade, bindet aber alle Räume an eine gemeinsame Verdichterleistung. Innengeräte gibt es als Wandgerät, als Truhe, als Deckenkassette und als Kanalgerät, das hinter einer abgehängten Decke verschwindet.
Jedes Split-Innengerät kann auch heizen. Als Ergänzung in einem einzelnen kühlen Raum ist das oft die einfachste Lösung — als Ersatz für eine Heizung eignet es sich nur in gut gedämmten, kleinen Einheiten.
Kühllast — nicht nach Bauchgefühl
Die nötige Kälteleistung ergibt sich aus der Kühllast: Sonneneintrag über die Fenster, Himmelsrichtung, Verschattung, Personen, Geräte, Beleuchtung und die Speichermasse des Raumes. Ein Südzimmer mit bodentiefer Verglasung braucht ein Vielfaches dessen, was derselbe Grundriss nach Norden benötigt. Die Berechnung nach VDI 2078 ist der saubere Weg; Faustformeln über die Quadratmeter führen regelmäßig zu Geräten, die zu groß sind und dann takten.
Zu groß ist ein echtes Problem: Eine überdimensionierte Anlage kühlt schnell herunter, schaltet ab und entfeuchtet dabei zu wenig. Das Ergebnis ist ein Raum, der kalt und zugleich klamm ist.
Kältemittel und F-Gase
Kältemittel sind fluorierte Treibhausgase. Die F-Gase-Verordnung regelt Dichtheitsprüfungen, Rückgewinnung und Dokumentation und schreibt für Arbeiten am Kältekreis einen Sachkundenachweis vor. Für den Betreiber heißt das: Arbeiten am Kältekreis gehören in Fachhände, und größere Anlagen unterliegen wiederkehrenden Dichtheitsprüfungen — die Prüfintervalle richten sich nach der CO₂-Äquivalent-Füllmenge.
Neuere Geräte nutzen Kältemittel mit niedrigerem Treibhauspotenzial, etwa R32 oder Propan (R290). Propan ist brennbar und erfordert Mindestraumgrößen und Aufstellregeln — das muss in der Planung geprüft werden, nicht auf der Baustelle.
Kondensat und Montage
Ein Innengerät entzieht der Luft Feuchte. Das Kondensat muss sicher abgeführt werden — mit Gefälle in eine Abwasserleitung mit Geruchsverschluss oder über eine Kondensatpumpe. Ein zugesetzter Kondensatablauf ist die häufigste Ursache für Wasserflecken an der Wand unter dem Innengerät.
Die Kältemittelleitungen werden gebogen, nicht geknickt, vor dem Befüllen evakuiert und auf Dichtheit geprüft. Feuchtigkeit im Kältekreis zerstört den Verdichter — langsam, aber sicher.
Schall und Nachbarn
Für das Außengerät gilt dieselbe TA Lärm wie für die Wärmepumpe: im allgemeinen Wohngebiet 55 dB(A) tags und 40 dB(A) nachts am maßgeblichen Immissionsort. In der Praxis entscheidet der Aufstellort — Ecken zwischen zwei Wänden verstärken den Schall, Ausblas Richtung Nachbarschlafzimmer ist immer eine schlechte Idee.
Was wir bauen und wie Kühlen über die Fußbodenheizung funktioniert, steht auf der Seite Klima und Kühlung.
Allgemeine Hinweise nach dem Stand der Technik. Für Ihr Objekt gilt, was in Planung und Angebot steht. Stand: September 2026.
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